Meine Mission: Die Erfüllung eines Traumes

Meine Mission: Die Erfüllung eines Traumes

Sportfotografie ist eine meiner Leidenschaften. Doch an diesem Tag in Schottland kamen noch sehr persönliche Emotionen dazu. Die Geschichte von einem Highlight.

Mit diesem Bild verbindet mich eine grosse, gewaltige Geschichte. Es zeigt mich beim Celtman Extreme Triathlon in Schottland, in meinem Element: mit der Kamera, ganz nahe am Geschehen. Die Schwimmer kommen aus dem 11 Grad kalten Wasser, nach gut über einer Stunde. Es ist morgens kurz nach sechs Uhr. Ich stehe im kalten Wasser, um die Emotionen der Athleten einzufangen, die Anstrengung, die Anspannung, aber auch die Genugtuung, diese erste Etappe eines epischen Rennens  absolviert zu haben.

Nur um ein Haar am Tod vorbei

Ich war krank, erkältet. Normalerweise bleibt man da morgens im Bett. Doch wir waren hier im Nordwesten Schottlands, und wir waren hier für eine Mission: Es ging um nichts Geringeres als die Erfüllung eines Traums. Der Traum von Mark, dem Athleten aus Seuzach. Er ist mein Freund. Jahrelang hatte er auf den Start an diesem Rennen gebrannt. Im Training dafür hat er 2014 in den Schweizer Alpen beinahe sein Leben verloren, als er von einem Motorrad gerammt und in die Tiefe geschleudert wurde. Er überlebte und kam zurück in den Sport. Den Traum vom Celtman gab er nie auf. Ich habe ihm einst versprochen, ihn beim Rennen zu unterstützen.

Doppelrolle und harte Bandagen

Doch es wurde noch mehr. Johannes stiess zum Team, Haudegen in Sachen Extremsport und erfahrener Reporter. So kam es zu unserer Doppelrolle als Betreuer und als Journalisten-Team für eine Reportage im Schweizer Magazin FitForLife. Wir haben uns morgens um halb drei aus dem Bett gequält und dann Mark an den Start gebracht. Jetzt sollte er jeden Moment aus dem Wasser steigen und vom Team für die 200 KM auf dem Velo vorbereitet werden. Ich stehe also im kalten Wasser und halte die Kamera hoch. Ein Athlet nach dem anderen kommt aus dem Wasser. Einer aus dem OK-Team schnauzt mich an, ich solle Platz machen für den offiziellen Renn-Fotografen. Harte Bandagen gehören zum Fotografen-Geschäft. Auch am Züri-Triathlon rangeln wir uns jeweils um die besten Plätze. Schliesslich will jeder gute Bilder.

Jetzt Lauf ich noch einen halben Marathon

Ich will mehr als gute Bilder: Ich will Bilder, die bleiben. Lasse mich nicht aus dem Konzept bringen. Mark kommt, ein Betreuer stützt ihn, als er wieder Boden unter den Füssen hat. Ich fange tolle Bilder ein, die bleiben. Er wechselt aufs Velo, und danach auf die Marathon-Strecke. Die Hälfte davon, eine 20Km-Bergtour, begleite ich ihn. Als Coach, als Fotograf, als Freund. Als er Stunden später in der milden Abendsonnne ins Ziel läuft, hatte ich bereits ein Auswahl der Topbilder direkt aus der Kamera via Handy-Daten in die Schweiz übermittelt. Jetzt rennt Mark ins Ziel. Ich fotografiere mit feuchten Augen. Er hat es geschafft! Dann überwältigen uns die Emotionen. Und sogar ich vergesse für einen Moment die Kamera.

 

FOTOREPORTAGE ÜBER MARK

GUTSCHEIN FÜR EIN FOTOSHOOTING

FOTOSHOOTING DRAUSSEN «ON LOCATION»